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Montag, 22. Mai 2023

Nach dem Contest ist vor dem Contest

Mittlerweile ist schon über eine Woche vergangen, seit das Finale des Eurovision Song Contest vorüber ist. Schweden hat gewonnen (mal wieder) und wird im nächsten Jahr den Wettbewerb austragen. Damit ziehen sie mit Irland gleich - beide Länder können 7 Siege verzeichnen. Ich habe vor ein paar Tagen ein Video auf meinem YouTube-Channel hochgeladen (dieses Video ist auf englisch verfügbar), in dem ich meine Gedanken nach dem Contest aufgezeichnet habe. Ich habe insgesamt mehrere Videos zum diesjährigen Wettbewerb hochgeladen, und die Produktion hat mir viel Spaß bereitet. Deswegen freue ich mich jetzt schon auf das nächste Jahr.


SIND DIE SONGS NOCH ON REPEAT?
Aber natürlich! Ich höre immer noch viele der Beiträge in einer Playlist. Darunter sind mehrere Top-Ten-Vertreter wie Finnland, Australien, Norwegen und selbstverständlich auch Schweden. Aber auch andere Songs wie UK oder Österreich, welche ich trotz ihrer Platzierung immer wieder gerne höre, sind darin enthalten. Es gibt auch Songs wie Rumänien (vor dem Revamp), Irland oder Island, die immer noch Teil meiner Playlist sind und es bleiben werden. Insgesamt war es ein starker Jahrgang und ich kann nur hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder so viele tolle Lieder haben werden.

WORÜBER WIRD GESPROCHEN?
In erster Linie über Loreen. Denn sie ist nach Johnny Logan erst die zweite Person (aber die erste Frau), die den Wettbewerb mehrfach gewinnen konnte. Sowas macht einen schon stolz. Leider gibt es viele, die sich wieder in Debatten darüber ergehen, ob Juries noch was zu sagen haben sollten, da sie oft das Ergebnis "verfälschen". Dieser Gedanke kam auf, nachdem Televoting-Liebling Finnland nur auf Platz 2 gelandet ist. Ohne Juries wäre er der Sieger geworden - und ich hätte mich nicht beschwert. Andere sprechen darüber, was für ein Zufall es ist, das der nächste Schweden-Contest in dem Jahr stattfindet, im dem ABBAs Auftritt mit Waterloo 50 Jahre her ist. Sie denken, man hätte es so gedreht, damit ABBA ein Stück vom Kuchen abbekommt. Naja, obwohl sie bestimmt davon reden werden und vielleicht sogar irgendwer Waterloo anstimmen wird, habe ich erst gestern gelesen, das die Band nicht vorhat, in irgendeiner Art und Weise beim ESC aufzutreten. Ob das stimmt, sei dahin gestellt. In jedwedem Fall kam Loreen nichts dafür. Sie ist nach Liverpool gefahren und hat ihren Song gesungen. Dieser ist von hoher Qualität. Somit sehe ich ihren Sieg als fair an - auch wenn ich mich für manch anderes Land noch mehr gefreut hätte. Es gibt ja immer noch nächstes Jahr.

Ein anderes Thema in der (vorrangig deutschen) Presse ist der erneute letzte Platz von Deutschland. Denn es ist egal, was wir machen, wir bekommen einfach keine großartigen Punkte. Selbst, wenn wir das Gleiche tun, was andere Länder tun. Weil ich denke, unser Beitrag reiht sich in die Riege bestimmter Songs ein, die alle deutlich besser abgeschnitten haben. Und wie ich in meinem Video schon sagte, gibt es da zwei Möglichkeiten: Entweder Europa hasst uns oder wir sind Europa sowas von egal. Was auch immer es ist, wir müssen schon mit etwas ankommen, das keiner erwartet, damit die Zuschauer uns gegenüber auftauen. Es geht nach wie vor nicht um einen Gewinn, sondern lediglich um eine besser Platzierung, die nicht unter den letzten fünf ist. Auf Twitter fürchten viele Fans, dass sich keiner mehr etwas traut, wenn kreative und ungewöhnliche Songs immer so abgestraft werden. Doch ich möchte zuversichtlich sein, dass es immer wieder Lieder geben wird, die so merkwürdig sein werden, das man noch nach dem Co
ntest über sie spricht, obwohl sie nicht gewonnen haben.

LUXEMBURG
WAS KOMMT WOHL NÄCHSTES JAHR?
Als wichtigstes kommt ein Land zum ESC zurück! Den bereits vor dem großen Finale wurde von der EBU bekannt gegeben, dass Luxemburg ab 2024 wieder am Wettbewerb teilnimmt, was mich sehr freut. Denn leider gab es in den letzten Jahren den Trend, das immer mal wieder ein Land von der ESC-Karte gerutscht ist. Deswegen freue ich mich über eines, welches ich musikalisch noch kennenlernen kann.

Außerdem fiebere ich auf das Schicksal von Australien. Die Einladung der EBU, regelmäßig teilzunehmen, hat mit dem 2023 Contest seinen Höhepunkt erreicht und jetzt bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Ich wäre sehr traurig, das Land wieder gehen zu sehen. Denn ihre Songs waren fast immer richtig gut. Und auch die Aussies selbst wären bestimmt geknickt. Zumal es kaum andere assoziierte Mitglieder der EBU gibt, die sich für eine Teilnahme interessieren. Deswegen wünsche ich mit eine weiterhin erfolgreiche Teilnahme von Down Under beim Eurovision Song Contest.

Ansonsten bleibt abzuwarten, welche Länder teilnehmen. Vielleicht kommen ja auch andere zurück, die schon seit ein paar Jahren pausieren. Oder ein oder zwei fallen überraschend raus. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Für mich ist aber im Moment am wichtigsten zu erfahren, wer die Nachfolge von Kommentator Peter Urban werden wird. Denn nach 25 Jahren hört er auf. Und manche Vorschläge für die Neubesetzung machen mir jetzt schon Bauchschmerzen. Denn ich will keinen so piss-bescheuerten Typen wie den Böhmermann da sitzen haben, der keinen Funken Respekt für das hat, wofür der ESC steht. Leider fallen mir auch nicht wirklich viele gute Alternativen ein. Also bereits ich mich einfach auf den Worst Case vor - und streame einfach die internationale Fassung ohne Kommentar. Das ist dann so wie auf den DVDs, da gibt es auch keine Kommentare. Wir werden sehen, es bleibt spannend.


Was auch immer der Eurovision Song Contest 2024 uns bringen wird, ich arbeite schonmal drauf hin. Ich werde immer mal wieder Videos für meinen Channel produzieren, in denen ich den Contest thematisiere - dann aber auf englisch, um ein größeres Publikum zu erreichen. 


Montag, 6. März 2023

Unser Lied für Liverpool - der deutsche Vorentscheid 2023

Die Zeit bis zum Eurovision Song Contest wird immer kürzer und mehr und mehr Länder wählen ihren Beitrag für die Shows in Liverpool. Und am Freitag, den 03. März, hat auch Deutschland aus einem Feld von acht Teilnehmer den Song entschieden, der im Mai für uns Punkte holen soll. Natürlich habe ich als ESC-Fan die Sendung geschaut - dieses Mal auch mit einer Freundin zusammen - und möchte mich jetzt darüber auslassen.

WER SO IM STUDIO WAR
Moderiert wurde das ganze natürlich von unserem zugekoksten Discohamster, der Bratze Schöneberger. Und dieses Mal hatte sie sogar noch Verstärkung in der Form von Studiogästen. Den auf einer Couch bequatschte sie jeden einzelnen Auftritt mit Florian Silbereisen, Ilse De Lange und Riccardo Simonetti. Meine erste Frage war: Was genau hatten diese Leute dort verloren. Klar, De Lange war als Teil der Common Linnets 2014 selbst auf der großen ESC-Bühne, aber die anderen zwei hatten für mich keine sonderlich ersichtliche Verbindung zum ESC. Sie können sich höchstens als Fans bezeichnen, mehr nicht. Ich bin auch Fan, warum durfte ich da nicht auf die Couch? Naja, einen ganzen Abend auf der gleichen Sitzfläche wie Babsi mit de schöne Berge zu verbringen, ist auch nicht meine Vorstellung eines tollen Events.


Natürlich war unsere Moderatöse so künstlich aufgedreht wie immer. Laut meiner Mutter, die mal kurz eingeschaltet hatte, waren die Augen der Frau so stark gerötet, man könnte denken, sie hat vor der Sendung einen Joint geraucht, um sich selbst besser ertragen zu können. Und dieser Gedanke geht noch weiter, da sie immer wieder von irgendwelchem Flussgras anfing, das ein Act während des Auftritt für das Bühnenbild benutzt hatte. Sie hat sogar welches benutzt, um sich dahinter zu verstecken. Laut einer weiteren Freundin, die das Programm geschaut hatte, war das Flussgras leider nicht deckend genug.

DIE ACTS UND IHRE AUFTRITTE
Am wichtigsten sind ja sowieso die Songs, die sich um den Einzug beim Eurovision Song Contest beworben hatten. Und diese zeigten in diesem Jahr eine recht schöne Vielfalt. Balladen, verschiedenster Pop, Rock, Punk - man hat alles geboten bekommen. Leider fehlte auf der Bühne einer der eigentlich neun Acts, den Frida-Gold-Frontsängerin Alina Süggeler war kurzfristig erkrankt, so das die Band leider ausschied. Das habe ich selbst erst einige Stunden vor der Show erfahren und hat mich echt traurig gemacht. Da ist mal ein guter deutscher Song dabei, und dann passiert das. Es bleibt zu hoffen, das Frida Gold innerhalb der nächsten Jahre einen neuen Versuch starten, uns beim ESC zu vertreten.

Side-Rant: Ich habe mich ein wenig darüber aufgeregt, das sich Frau Schöneberger offensichtlich nicht so viel mit den Künstlern befasst, die in so einer Sendung auftreten. Denn als sie gute Besserung an die Sängerin wünschte, bezeichnete sie diese als Frida. Das würde jeder tun, der denkt, dass Frida Gold der Name (wenn auch Künstlername, denn wer heißt schon wirklich Gold mit Nachnamen) der weiblichen Frontfrau ist. Wie oben erwähnt, heißt diese aber Alina, was anscheinend noch nicht bei Babsi angekommen war. Ich erwarte von jemanden, der so eine Sendung moderiert, solche kleinen Details zu wissen.

Ok, jetzt zu den Liedern, die performt wurden. Ich versuche, die Reihenfolge aus der Sendung zusammenzubekommen, deswegen seid nicht böse, wenn ich ein oder zwei Auftritte verdrehe.

Trong - Dare to be different
Ein munterer Pop-Song mit Botschaft, der für mich klingt wie K-Pop ohne den finalen Bums. Gut performt und vor allem durch die Tanzeinlagen des Sängers und seiner Background-Tänzer visuell nahrhaft eine nette Eröffnung der Show. Wenn ich sage ohne den finalen Bums, meine ich damit, das bei dem Song noch einige Elemente gefehlt haben, damit die Bühne wackelt. Als wäre es eine Demo-Version, bei der noch einige Instrumente und Bässe fehlen. Auch fand ich, so gut seine Moves auch waren, er sollte sich mehr aufs singen als aufs tanzen konzentrieren. Ich werte Mal so 3 von 5 Punkten.

René Miller - Concrete Heart
Da ich in den letzten Wochen öfter nachts auf VOX Medical Detectives schaue, habe ich den Song ziemlich oft gehört - denn er wird dort in einer Kampagne des Senders für sein aktuelles Line-up an Shows verwendet. Aber auch schon vorher gehörte der Song zu den Top drei meiner Favoriten. Ich habe auch eine Stimme für ihn abgegeben (nein, zwei. Einmal Online und einmal per SMS), da sein Song mich angesprochen hat. Während seiner Performance auf einem großen unförmigen Zement-Block (passt sehr deutlich zum Titel des Songs) hat er alles gegeben und seine Stimme war richtig genial. Ihn hätte ich gerne in Liverpool gesehen. Hoffentlich hören wir noch mehr von ihm - 5 von 5 Punkten.


Anica Russo - Once Upon A Dream
Dieses Lied ist für mich schlecht zu greifen. Auf der einen Seite ist es vom hören sehr träge, wie manche Balladen es halt sind. Auch sein Inhalt ist mir leider nicht in Erinnerung geblieben. Aber auf der anderen Seite, hat Anica auf der Bühne toll performt und klang sehr gut. Vielleicht sollte sie das nächste Mal eine andere Art von Song wählen, denn stimmlich hat sie was drauf. Sie hatte das besagte Flussgras im Set, was die Babsi so toll fand. Von mit gibt es so 3 von 5 Punkten.

Lonely Spring - Misfit
Das ist eher weniger meine Musikrichtung, wenn ich ganz ehrlich bin. Und ich bin auch überzeugt, das sie das sich wiederholende "Fuck" in ihrem Songtext auf der großen Bühne in Liverpool sowieso hätten zensieren müssen. Denn ich glaube, die EBU mag keine Schimpfwörter beim Wettbewerb. Aber auch hier muss ich den Auftritt an sich loben, der wirklich gut war. Die Jungs hatten spaß und darum geht es ja. Und es zeigt, das das Anhören der Songs vor den Auftritten nur die halbe Miete ist. Nur, wenn es auch live stimmt, wird ein Schuh draus. Auch die Stinkefinger am Ende könnten den Verantwortlichen beim ESC etwas zu viel sein, wäre es soweit gekommen - ich sage mal so 2,5 von 5 Punkten.

Will Church - Hold On
Deutlich angenehmere Klänge waren bei diesem Auftritt zu hören - der nach dem Ausscheiden von Frida Gold in meine persönliche Top 3 vorgerückt ist. Durch sein Vorstellungsvideo allein war der Sänger mir und meinen Freunden äußerst sympathisch und sein Gesang wäre eine gute Partie für Liverpool gewesen. Und schließlich ist er der Sieger des Jury-Votings, das darf man auch nicht außer acht lassen. Ich muss aber sagen, das er ein klein bisschen wie Sam Ryder daherkommt, mit langen Haaren und vielfältig aufgelegter Stimme - da spendiere ich mal 4,5 von 5 Punkten

Patty Gurdy - Melodies of Hope
Dies hier war auf jeden Fall die Favoritin einer Freundin, die auch ihr Genre sehr gerne mag. Mit ihrer Drehleier stach sie einfach hervor, da es mal etwas unverbrauchtes war. Das Lied an sich ist auch sehr schön und war ebenfalls in meiner Top 3. Zum Auftritt muss ich aber sagen, das Patty nicht 100% abgeliefert hat. Sie klang nicht so klar wie in der Studio-Fassung, was ja irgendwie klar ist, aber wohl auch den ein oder anderen davon abgehalten hat, seine Stimme abzugeben. Sie war aber trotzdem glücklich, aufzutreten und hat ihre Platzierung im Voting gar nicht verdient. Sie war besser als Platz 8. Hier haben wir auch 4,5 von 5 Punkten.


Ikke Hüftgold - Lied mit gutem Text
Ganz ehrlich, dazu kann ich gar nicht viel sagen, denn hier habe ich den Ton abgedreht. Keiner von uns sieht Ballermann-Schlager als ESC-Tauglich an - dieser Ansicht waren auch die Juries der anderen Länder, denn er erhielt kaum Punkte von ihnen. In seinem komischen Goldfummel und mit den komischen Kreaturen mit ihm auf der Bühne war das ganze eine Qual von drei Minuten, der wir uns entzogen haben. Sogar beim Schnelldurchlauf Nr. 2 hat man freiwillig kurz auf stumm gestellt. Das sagt viel aus. Warum sowas über 100 Punkte aus dem Voting für das Publikum erhält, ist mir schleierhaft. Denn wenn man sich die Rückmeldung der ausländischen Juries wirklich mal anschaut, wird klar, das man mit so einem Quatsch beim ESC keinen Blumentopf gewinnt. Von mir (und ganz vielen anderen abgeneigten) gibt es hier -1000 von 5 Punkten.

Lord of the Lost - Blood and Glitter
Wie passend, das der letzte Song auch der Sieger des Vorentscheides ist. Angeblich sollen die hinteren Songs im ESC-Finale ja auch bessere Chancen im Voting haben, da man sie eher noch in Erinnerung hat. Hier scheint das echt geklappt zu haben. Diese Dark-Rock-Band hat bei ihrem Auftritt einfach nur abgeliefert. Na klar, sie sind alte Hasen - sind sie doch sogar schon mit Iron Maiden aufgetreten - und wissen, wie es geht. Auch dies ist nicht wirklich meine Musikrichtung. Aber ich habe deutlich gesehen, wie das Publikum bei so einem Beitrag abgehen kann. Unser Song ist nicht Langweilig. Er macht was her. Ich vergebe hier mal faire 3,5 von 5 Punkten.

So sehen Sieger aus - wir sind gespannt auf Liverpool

WAS SONST NOCH SO WAR
Irgendwann zwischendurch war Ilse De Lange vom Sofa verschwunden. Man mag denken, sie hatte keine Lust mehr auf Babsi und Florian Silberblick - aber dann stellte sich lediglich heraus, dass sie Teil des Intervall-Acts war. Denn Boss Hoss traten auf und sangen mit ihr einen Song.

Einen Shitstorm gab es wegen einer Sache, die ich während der Sendung nur halb wahrgenommen habe. Im Publikum saß niemand geringeres als Katja Ebstein - Schlagerlegende und ehemalige Teilnehmerin des Eurovision Song Contest (früher noch Grand Prix oder L'eurovision de la chanson genannt). Sie war privat als Zuschauerin gekommen, doch die Schönebratze hatte nix besseres zu tun, als sie regelrecht ins Rampenlicht zu holen. Sie kletterte in die Sitzreihe und interviewte die Frau, die laut einigen Aussagen davon sehr unbegeistert aussah. Kann ich voll verstehen.

Malik Harris war ebenfalls da. Wer jetzt nicht weiß, wer das ist, Malik hat uns letztes Jahr vertreten, mit bescheidenem Erfolg. Er war da um anscheinend einen neuen Song zu promoten und tauchte auch später nochmal auf. Wie viel man ihm wohl geboten hat, um sich von der Moderatöse vollsülzen zu lassen?

Wie in jeder guten ESC-Sendung gab es ein Medley vergangener Siegersongs und bekannter Songs aus verschiedenen Ländern. Als Babsi den ersten Ton anschnitt, fürchtete ich, das würde wieder so eine Schöneberger-Show werden. Aber alle Kandidaten wurden mit einbezogen und performten Ausschnitte der bekannten Lieder in ihrem eigenen Stil. Das hat mir, trotz Babsi, doch sehr gut gefallen.

Mir ist deutlich aufgefallen, dass es gar kein Video-Reel gab, in welchem bereits gewählte Beiträge anderer Länder vorgestellt wurden. Ich bin der Meinung, sowas gab es in den letzten Jahren immer. Denn man will ja wissen, gegen welche anderen Songs Lord of the Lost antreten werden. Da hat wieder jemand geschlafen, denn ich hätte so eine Vorstellung deutlich begrüßt.

FAZIT:
Die deutschen sind natürlich wieder gemischter Gefühle über den nun erwählten Beitrag. Während einige ihn gut finden, weil er mal anders und nicht langweilig ist, gibt es natürlich wieder Stimmen, die uns ganz hinten sehen. Ich persönlich muss sagen: Auch, wenn ich Blood & Glitter nicht gevotet habe und es definitiv nicht mein Genre ist, begrüße ich, dass wir die brave Popmusik dieses Jahr in ihrer Kiste lassen und mal etwas schicken, was fetzt. Vielleicht höre ich das Lied doch mal ab und zu, im ESC-Kontext natürlich. Denn es geht beim Eurovision Song Contest immer noch nicht ums gewinnen. Das muss die deutsche Fangemeinde endlich mal rallen. Die Kandidaten des Vorentscheides scheinen dies bereits verstanden zu haben. Denn beim Sieger-Auftritt waren sie mit der Band auf der Bühne und haben mitgerockt. So muss ein Wettbewerb sein: Jeder gibt sein bestes, und am Ende wird dem Gewinner gratuliert. Das nennt sich Fairness. Und das ist wichtig.

Lasst die beiden doch mal den Vorentscheid moderieren!
Die zwei sind mir deutlich sympathischer!


Mittwoch, 9. März 2022

Germany 12 Points - der deutsche Vorentscheid

Da heute endlich der erste Tag dieser Woche ist, an dem mich mein Job nicht in den Wahnsinn getrieben hat (obwohl mein Drucker auch sein "bestes" versucht hat), nehme ich mir endlich die Zeit, den angekündigten Post über den deutschen ESC-Vorentscheid zu schreiben. Natürlich habe ich mir nebenbei einige Notizen gemacht. Deshalb kommt jetzt mein Recap.


Zuerst mal ein Wort zum Titel der Sendung. Denn der gefällt mir gar nicht. Damit porträtiert der NDR mal wieder, wie wichtig es ihnen ist, gut abzuschneiden. Und ja, eine halbwegs gute Platzierung zu wollen, vor allem nach den letzten Jahren, kann ich irgendwo nachvollziehen. Doch trotzdem kommt es so rüber, als wäre gewinnen das höchste Gut hier. Nunja, nicht beim ESC, wo die Teilnahme Gewinn genug sein sollte. Das die meisten deutschen aber diese strikte Gewinn-Mentalität haben, lässt sich wohl niemals wirklich abstellen. Ein Titel a la "Unser Song für Turin" wäre schöner gewesen.

Abgesehen von diesem kleinen Dorn habe ich es eigentlich sehr genossen, mal wieder einen Vorentscheid zu sehen. In den letzten zwei Jahren gab es ja keinen. Und es war absehbar, das der zugekokste Discohamster wieder moderiert. Damit komme ich zum Intro des Abends, das ich irgendwie ein wenig cringe fand (und der Gebrauch dieses Wortes ist ja inzwischen ebenfalls cringe) und von der gewohnt aufgepumpten Art von Babsi mit de Schöneberge begleitet wurde. Zum Glück waren auch noch andere Gäste im Studio - so wie Bülent Ceylan, dessen Anwesenheit ich eigentlich gut fand. Er sollte vielleicht mal mehr moderieren in ESC-Kreisen. Aber bitte ohne BS.

Auch Conchita war da - als Gewinnerin von 2014 natürlich ein Eurovision-Star. Dazu die Sängerin von Texas Lightning (gibt es die Band eigentlich noch) und irgendein anderer Comedian, dessen Name nie bei mir hängen bleibt. Gemeinsam wurde erstmal gemütlich geplaudert, das hat mich irgendwie gelangweilt. Denn da ich im Vorfeld keinen der Teilnehmer angehört habe, wollte ich endlich die Songs hören. Deswegen komme ich jetzt ohne viel Geschnattere zum Kern.

Motto und Logo für Turin 2022

1. Malik Harris - Rockstars
Der Song, der ja am Ende des Abends gewählt wurde, kam als erster. Auch interessant. Dabei sagt man doch immer, das man in den hinteren Rängen größere Chancen hast - auf jeden Fall beim ESC. Hier war das Gegenteil der Fall, denn dieser sehr durchschnittliche Popsong hat für mich keine großen oder besonderen Momente. Die Botschaft hinter dem Text, damit kann ich was anfangen. Auch ich denke oft an bessere Jahre zurück, in denen alles einfacher war. Trotzdem wäre dieses Lied nicht meine erste Wahl gewesen. Vielleicht hat das Stand for Ukraine auf der Rückseite seiner Gitarre ja geholfen. Trotzdem wünsche ich viel Glück in Italien.

2. Mael und Jonas - I swear to God
Aus einem Grund, der mir selbst unbekannt ist, sind diese zwei für mich zu den Favoriten des Abends avanciert. Die beiden sind definitiv irgendwie verpeilt - eine Gattung Mensch, mit der ich definitiv am meisten anfangen kann. Die Energie ihres Songs, der mir besser gefallen hat, als ich bei dem Titel erst dachte, hat es geschafft, mich einzufangen. Ich habe sogar für die beiden gevotet - und das mache ich sonst nur beim Grand Finale.

3. Eros Atomus - Alive
Sowas gab es beim ESC schonmal, glaub ich. Zumal der Titel Alive nicht wirklich originell ist. Das ist mitunter ein Grund, das ich den Song im Radio wahrscheinlich nicht großartig beachten würde und er im großen Finale im Mai zwischen den doch etwas auffälligeren Stücken untergegangen wäre. Der Gesang war nicht mal schlecht - doch das Lied bleibt einfach nicht hängen.

4. Emily Roberts - Soap
Die Stage fand ich cool. Weil es passte ja zum Thema des Songs. Jedoch konnte mich die Sängerin selbst gar nicht überzeugen. Der Gesang war einfach nicht gut für mich. Und auch meine Freunde, mit denen ich nebenbei gechattet habe, fragten sich, wer die Praktikantin auf die Bühne gelassen hat. Die Idee hinter dem Song war auch originell. Nur leider nicht so toll umgesetzt.
 
5. Felicia Lu - Anxiety
2017 war sie schon mal da, beim Vorentscheid. Und hat damals einen Lieblingssong von mir performt, jedoch nicht auf eine Weise, die mir gefallen hat. Anscheinend wollte sie es aber doch noch mal probieren. Ihr Outfit hat mir gut gefallen, darin sah sie richtig smart aus. Der Song irgendwie... hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Trotz das sie den Vorteil hatte, schonmal da gewesen zu sein. Das ist irgendwie kein guter Weg.

6. Nico Suave & team Liebe - Hallo Welt
Ein Song auf Deutsch. Mit englischen Parts. Das so etwas überhaupt in unserem Vorentscheid passiert, wundert mich ja. Denn wir haben schon seit Jahren unsere Sprache so vernachlässigt, dabei ist sie gar nicht so schlecht. Wäre mal eine Abwechslung, unser Land in Deutsch zu repräsentieren. Der Stil und der thematische Inhalt passen sehr gut in die heutige Zeit. Aber anscheinend war das Konzept nicht ganz so der Fall der Voter. Aber die Hoffnung, das es in den nächsten Jahren mal mit unserer Sprache klappt, behalte ich mir trotzdem.


Um die Zeit während des Votings zu überbrücken gab es mal wieder ein Medley von ehemaligen ESC-Songs. Seit Jahren habe ich kein No No Never mehr gehört... das war ein schöner Moment in der Show. Dieser war dann gefolgt von einem sehr starken Auftritt von Jamala, der ESC-Siegerin von 2016. Ein Beitrag hat gezeigt, wie sie mit ihren Kinder aus der Ukraine fliehen musste und ihr Mann zurück blieb. Dann performte sie ihren Titel 1944 auf eine so emotionale Weise, das sogar die ganzen Twitter-Kommentare davon sprachen, das dies ein großer Fernsehmoment war. Und das stimmt auch. Es hat die Zuschauer berührt, genauso wie das Interview, das Barbara Schöneberger danach mit ihr führt. Da konnte sie ihre zwanghafte Fröhlichkeit mal für ein paar Minuten ablegen. Sollte sie öfter tun.


Das Voting hat mir viel Stirnrunzeln bereitet. Wie kann es sein, das alle diese Radio-Menschen ihre Punkte nahezu gleich verteilen? Das scheint mir mehr als purer Zufall. Ok, in diesem Fall standen nach den Radio-Votes meine kurzerhand gewonnenen Favoriten oben. Normal scheint mir das trotzdem nicht. Dann kamen die Zuschauerstimmen dazu. Diese haben für mich deutlich mehr Sinn gemacht.

Fazot: Ich habe die Sendung genossen. Am Anfang hatte ich keinen Favoriten, dann war ich irgendwie auf der Schiene von Mael und Jonas. Und deshalb habe ich gehofft, das die beiden es schaffen. Dann gewann Malik Harris. Und ich bin gespannt, wie sein Song in Turin ankommen wird. Die Twitter-Kommentare zwischendurch fand ich sehr erheiternd, zumal viele das twitterten, was auch mir durch den Kopf ging. Also, beim nächsten Mal die guten Elemente behalten und verfeinern. Dann klappt es auch mit einer guten Teilnahme.

Dann mal viel Glück in Italien

Samstag, 31. Juli 2021

BWM - Wird Nightmare Forrest dieses Jahr noch fertig?

Da der Binge-Writing-Month fast zu Ende ist, fasse ich heute mal zusammen, wie es gelaufen ist. Denn es war definitiv anders als in 2020, wo ich es im Juli und September gemacht habe (ich glaube, das habe ich beim letzten Post bereits erwähnt, oder?)

Was mir definitiv aufgefallen ist: BWM stand dieses Mal nicht nur für Binge Writing, sondern auch für Binge Working. Am Anfang habe ich gedacht, es geht nur darum, neue Inhalte zu schreiben. Und ich lag sowas von falsch. Denn bevor ich etwas schreiben konnte, musste ich analysieren, was genau eigentlich zu schreiben war. Welche wichtigen Szenen fehlen noch? Was für Plot-Punkte müssen noch eingebaut werden, um ein gleichmäßiges Gewebe zu ergeben? Ich habe mich dann hingesetzt und mir mit Hilfe der Korrekturmappe zu allen noch fehlenden Texten und Plot-Elementen Notizen gemacht. Denn erst eine Übersicht hat es mir möglich gemacht, mehr zu schreiben.

Auch, wenn ich in der Vergangenheit schon oft dran gescheitert bin, habe ich dann begonnen, von vorne nach hinten zu arbeiten. Schließlich bin ich an einem Punkt, wo mir die Story in ihrer Gesamtheit sehr klar ist - allerdings nur in meinem Kopf. Früher ließ ich mich oft von unbeantworteten Fragen ablenken und konnte dann quasi an einer Stelle nicht weitermachen und bin zur nächsten gesprungen. Da ich aber mittlerweile die meisten Fragen beantwortet habe (oder sie nicht mehr aufschiebe und direkt angehe), ist es mir nun besser möglich, mich von Kapitel zu Kapitel zu bewegen, ohne großartig hin und her zuspringen.

Ein weiterer Nachteil vom hin und her springen beim arbeiten: irgendwann verliert man die Übersicht über die Dinge, die Figuren gesagt oder getan haben. Und dann macht man Fehler. Da ich mir auf die Fahne geschrieben habe, Fehler zu vermeiden, musste ich also irgendwann endlich mal eine Struktur finden. Allerdings ist das immer so eine Kopfsache. Gerne wurde ich einfach eine Idee herunter schreiben und sie dann vorsichtig, Stück für Stück polieren, bis sie fertig ist. Aber das ist wahrscheinlich eine sehr utopische Idee, weswegen mein Kopf jedes Mal, wenn er nicht weiterweiß, einfach springt. Das passiert jedem, denke ich.

Für mein persönliches Empfinden habe ich nicht so viel geschafft, wie ich wollte. Natürlich konnte ich nicht erwarten, das Buch innerhalb dieses einen BWM zu schaffen. Das wäre ja auch verrückt. Doch leider war ich nicht dazu in der Lage, meine Umwelt komplett abzuschalten. Im Nachhinein denke ich, das ich trotz des Prädikats BWM zu sehr für alle Verfügbar gewesen bin, selbst wenn es nicht nötig war. Zwischendurch habe ich auch ein Wochenende bei Freunden verbracht und mir frei genommen - das muss manchmal sein, wenn man so lange an einem Projekt arbeitet. Deswegen überlege ich auch, das Ganze Wochenweise auf August und September auszuweiten und wirklich abzuschalten. Und damit meine ich mein Handy.

Es ist für mich jedoch schwierig, den richtigen Punkt zu finden, an dem ich wirklich mal verschwinden kann. Mich zurückziehen um zu schreiben. Und zwei BWM hintereinander fände ich zu viel. Weil ich, wie gesagt, zwischendurch immer mal wieder eine Pause brauche. Und Pausen sehe ich im Nachhinein als Zeit an, die ich nicht mit schreiben verbracht und verloren habe. Deswegen werde ich ab August immer wieder eine komplette Woche gar nicht für andere da sein, sondern verschanzt in meinem Büro, mit der Intention, mein Buch endlich abzuschließen.

Um jetzt auf die Frage im Titel zurückzukommen: Werde ich das Buch dieses Jahr endlich fertig stellen? Sagen wir mal, das es durchaus möglich ist. Von den vier Teilstücken ist eines abgeschlossen als erste vollständig fertige Version. Das liegt aber auch daran, das genug Material vorhanden war. Je weiter ich in das Buch gehe, der mehr fehlt und muss noch konstruiert werden. Und da ich auch nicht weiß, ob es viel oder wenig ist, kann ich nur hoffen. Zeit habe ich bis Jahresende noch genug. Bis Ende des Sommers wäre schon ein kleineres Fenster. Aber egal wie ich es drehe, wenn ich mich wirklich durchsetze, kann ich es schaffen. Und sollte ich dann endlich den nächsten Schritt wagen können (nämlich einen Verlag/Agenten finden), mache ich einfach direkt mit dem zweiten Band der Reihe weiter. Denn wenn es etwas gibt, das ich immer versuche, dann ist es, die Zeit so gut wie möglich zu nutzen.

Mittwoch, 26. Mai 2021

Recap - Eurovision Song Contest Rotterdam 2021 Grand Final

Letzten Samstag war es endlich wieder soweit. Nach einem unfreiwilligen Jahr Pause meldete sich der EuroVision Song Contest wieder zurück und hat mir gezeigt, wie sehr ich doch jede einzelne Minute vermisst habe. Ich habe mir ein paar Tage Zeit genommen, um die Ereignisse der vergangenen Eurovision-Woche ein wenig sacken zu lassen und möchte nun heute endlich hingehen und mehr dazu sagen.

The Semi-Finals
Zu Beginn des ersten Semi hatte ich ein kleines Tränchen im Auge, denn der erhebende Moment, wenn ein Contest beginnt hat mir in 2020 echt gefehlt. Nur die Musik zu haben macht noch keinen ESC! Meine Meinung über viele der Auftritte habe ich bei TikTok geteilt, was mir persönlich viel Spaß gemacht hat. Vor allem die Interaktion mit anderen, die ihre ganz eigene Meinung zu gewissen Songs hatten. Das mache ich nächstes Jahr wieder!

Was meine Favoriten angeht, startete die neue Saison mit 10 Songs, die ich definitiv im Finale haben wollte. Leider musste ich mich bereits im ersten Semi von Irland verabschieden, da die Performance von Lesley Roy zwar ok war, aber sie am Anfang irgendwie stimmlich ein Problem zu haben schien. Als hätte sie vor dem Auftritt nicht genug getrunken oder sich verschluckt. Auch Australien ist nicht weitergekommen - zum ersten Mal seit 2015. Zwar stand Montaigne nicht auf meiner F-Liste, aber ich habe zwischendurch begonnen, den Song zu mögen. Ich habe glaube ich sogar für sie gevotet, denn dieses Jahr durfte Deutschland zu meiner Überraschung im 1. Semi voten. Dafür haben Songs wie die aus Malta und Israel echt mehr als überzeugt.

In Semi Finale zwei habe ich ebenfalls einen Favoriten einbüßen müssen, und zwar Dänemark. Das fand ich extrem schade, zumal es nicht die einzige 80s Style Nummer war. Für mich war es auf jeden Fall die bessere. Gerade die ersten Finalisten haben mich überrascht. Und erneut stellte ich fest, warum man dem ersten Semi immer zusagt, das stärkere zu sein. Für beide Semis gesprochen muss ich sagen, das viele Auftritte mir den Song besser schmackhaft machen konnten als die Studioversionen. Ukraine war überraschend cool irgendwie, auch Griechenland mochte ich sehr. Aber warum Litauen oder auch die Schweiz größeren Anklang gefunden haben, konnte ich nicht verstehen, weil die Songs waren nichts für mich. 

Grand Finale
Der Abend der Wahrheit! Nachdem ich zwei Favoriten in den Semis verloren hatte, gewann ich aber drei dazu (Israel, Malta, Griechenland). Und da Deutschland auch auf meiner Liste war, ich dafür aber natürlich nicht voten konnte, hatte ich 10 Länder zum Stimmen abgeben im Finale. Also für jedes dieser Länder 2 mal eine SMS, zum voten habe ich die offizielle App genutzt, die macht es schön einfach. Da muss man sich nicht die ganzen Nummern merken.

Im Vordergrund waren natürlich erstmal die Auftritte der 26 Länder. Neben den Songs der Semis, die mich überzeugt hatten (Israel, Malta, Ukraine und auch Finnland) und auch den anderen (wie Litauen), ging es hier auch um die Songs, die schon im Finale gesetzt waren. Frankreich war, wie schon die Schweiz, bei den Jurys später sehr beliebt. Anscheinend war französisch dieses Jahr echt in. Vor allem hatte ich mich auf die Auftritte von Spanien, Deutschland und natürlich Großbritannien gefreut, die ich alle drei auch gut fand. Das Titelverteidigerlied war ok, die Performance solide.

Die Intervall-Acts und Pausenfüller waren dieses Jahr sehr interessant. Zum Beispiel gab es Segmente, in denen sich frühere Gewinner wie Johnny Logan, Niam Cavanagh, Nicole und noch einige andere an ihren ESC-Sieg erinnerten und darüber sprachen. Zusätzlich traten im Finale noch einige andere alte Gewinner mit ihren jeweiligen Songs auf, die sie aber auf einigen Dächern der Stadt Rotterdam performten. Darunter waren Mans Zelmerlöw und Lordi zum Beispiel. Auch gab es neue Musik von Vorjahres-Sieger Duncan Lawrence und Auftritte mit Tänzern (zum Beispiel als Countdown).

Die Moderation war gut gehändelt. Mir persönlich kam keiner richtig bekannt vor, aus Jan Smit (Freunde von mir hören wohl seine Musik). Meine Cousine Mia war ganz überrascht als auch Nikki De Jager (Besser bekannt als NikkiTutorials) auf die Bühne kam, die ja auch moderiert hat. Sie kennt sie wohl und mag ihren Content. Nikki hatte auch einige Sequenzen, in denen sie Tipps gegeben hat, wie man zum Beispiel bei der Punktevergabe cool bleibt oder seinen Auftritt am besten bestreitet. Es kommt selten vor, das ich Moderatoren beim ESC gut kenne (2011 war eine dicke Ausnahme, war schließlich im eigenen Land), genießen kann ich es aber meistens.

Das Voting war wieder sauspannend. Wie gesagt, bei den Jurys lagen vor allem Frankreich und Schweiz weit vorne, auch Malta bekam gut Punkte. Die Jury-Votes haben uns einige bekannte Gesichter gezeigt, wie jedes Jahr. Deutschland hatte natürlich wieder die Babsi und Azerbaijan hatte, ganz tolle Überraschung, Ell und Nikki als Punktevergeber - die Sieger von 2011 (sprach ich nicht gerade schon davon?). Danach kam es dann schließlich zu den Tele-Votes. Und die waren ziemlich hart. die untersten vier Länder (Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Spanien) erhielten überhaupt keine Televote-Punkte. Ziemlich schockierend, muss ich sagen. Vor allem, da die letzten im Finale irgendwie immer die gleichen sind. Was Europa gegen uns hat, weiß ich nicht. Was man gegen Spanien hat, kann ich auch nicht sagen. Niederlande? Kein Ahnung. Großbritannien - Aha!

Und zwar habe ich im März 2020 einen Artikel dazu geschrieben, den ich aber erst diesen April aus dem Archiv gepuhlt habe - über die unfaire Behandlung von UK beim ESC wegen dem Brexit. Bereits Michael Rice 2019 hatte damit zu kämpfen (16 Punkte, letzter Platz) und James Newman hat dieses Jahr die richtige Klatsche abbekommen. Überhaupt keine Punkte, weder von der Jury, noch vom Publikum. Das geht gar nicht! Egal, wie sehr man dem vereinigten Königreich nachtragen mag, das sie aus der EU ausgetreten sind, das rechtfertigt es nicht, einen Song, der noch nicht einmal schlecht war, einfach hinten runterfallen zu lassen! Das hat mich echt aufgeregt, weil es politisch motiviert und somit nicht Contest-gerecht motiviert war. Immerhin konnte James das schlechte Ergebnis sportlich nehmen, was ich echt erwachsen finde. Denn er hat erkannt, das es beim ESC darum geht, dabei zu sein. Guter Mann!

Unser Beitrag war etwas frisches, was man von uns nicht so kennt. Lustig, nicht anstrengend, und trotzdem wollte uns keiner. Das zeigt doch, das es egal ist, was wir schicken. Das gibt den deutschen Meckerfritzen natürlich wieder viel Stoff um gegen den NDR zu wettern, gegen den Schreiber und alle, die damit involviert sind. Sogar der Bohlen hat gesagt, das die Art und Weise, wie unser Beitrag ausgesucht wird, einfach nicht richtig ist. Er lobt die Vorgehensweise von Stefan Raab, der laut ihm einfach das macht, was er für richtig hält und nicht groß nachfragt. Und er kritisiert die ganzen Leute, die nur am quatschen sind und nichts hinbekommen. Er sagt auch, er würde niemals für den ESC etwas machen wollen, da zu viele Leute dahinter stehen, die einem Vorschriften machen. Normalerweise interessiert mich die Meinung vom Dieter nicht allzu sehr, aber er hat doch nicht ganz unrecht. Sogar einer wie er erkennt, das man was ändern sollte. 

Quelle: eurovision.tv

Jetzt zu den Gewinnern: Italien! Das ein Rock-Song den ESC gewinnt, ist zwar nichts neues, doch gerade Italien hat einen Sieg echt verdient - vor allem auf lange Sicht. Seit ihrer Wieder-Teilnahme ab 2011 haben sie schon mehrfach ganz nah am Gewinn gestanden. Songs wie Grande Amore (2015), Occidentali's Karma (2017) oder Soldi (2019) waren Fan-Lieblinge und Wett-Favoriten. Oft, wenn es um Länder geht, deren Siege angeblich geraubt wurden, wird Italien genannt. Und jetzt hat das Land es endlich geschafft, sich einen wohlverdienten Sieg zu holen. Der Song ist eindeutig Geschmackssache. Hören würde ich ihn auch, aber nicht allzu oft. Einige kritisieren den Auftritt an sich, sogar ein Gerücht wurde gestreut, das ein Band-Mitglied während des Finales Drogen konsumiert haben soll. Das würde allerdings schnell untersucht und entkräftet. Da war wohl jemand ein schlechter Verlierer, was?

Nach vielen schönen Momenten (vom Voting für DE und UK abgesehen) freue ich mich also auf einen EuroVision Song Contest aus Italien. Laut Wikipedia-Artikel haben sich schon ziemlich viele Städte um die Austragung beworben. Ich bin gespannt, auch wenn ein ganz anderer Gedanke für 2022 meine Aufmerksamkeit hat: Was wird Großbritannien tun? Zwar gehört das Land zu den Big 5, doch trotzdem könnte es passieren, das die BBC irgendwann die Reisleine zieht und aus dem ESC aussteigt. Zumindest, wenn diese Durststrecke anhalten sollte. Ich hoffe, das sich das Klima zwischen der EU und Großbritannien wieder gut genug erholt, als das sie auch beim ESC wieder ein paar Punkte bekommen. Ich freue mich trotzdem auf die nächste Ausgabe vom EuroVision Song Contest und vielleicht geschieht ja bis dahin ein kleines Wunder.

Freitag, 1. Januar 2021

2020 - Ein Rückblick wie kein anderer

Ich denke mal wir sind uns alle einig, was für ein beschissenes Jahr endlich zu Ende gegangen ist. Einschränkungen überall, kein ESC, überall schlechte Nachrichten wohin das Auge sieht. Auch ich habe 2020 eindeutig mit gemischten Gefühlen erlebt und lasse nun kurz Revue passieren, was für mich gut lief und was nicht so gut geklappt hat. Dazu reichen einige wenige Punkte...

Das hat nicht geklappt:
- Die Suche nach einem Job war die Hölle, ich suche noch immer
- leider ist Nightmare Forrest doch noch nicht fertig
- Ich habe so wenig gelesen wie nie

Das hat geklappt:
- ich habe viel an Nightmare Forrest gearbeitet
- die 12 Leseproben sind erfolgreich veröffentlicht
- ich habe einige YouTube-Videos hochgeladen
- ich habe Follower auf TikTok gewonnen
- durch TikTok habe ich angefangen die Leseproben auch auf englisch zu veröffentlichen
- ein friedliches Weihnachten

Wie man sieht, fallen mir mehr positive als negative Dinge ein - wahrscheinlich könnte ich die Liste noch ergänzen. Aber ich lasse sie so und konzentriere mich jetzt im neuen Jahr auf meine anderen Ziele. Denn ich habe mir vorgekommen, die Vorsätze für letztes Jahr auch auf 2021 anzuwenden: Nightmare Forrest fertig schreiben, umziehen, jemanden kennenlernen. Dabei versuche ich stets, mir treu zu bleiben und mich nicht von äußeren Umständen verändern zu lassen. Zwar ist das nicht immer ganz einfach, doch der Anfang des neuen Jahres gibt mir die Möglichkeit, alte Dämonen hinter mir zu lassen und Dinge positiv zu verändern, sodass ich das nächste Mal, wenn ich das Jahr Revue passieren lasse, vielleicht ganz wo anders an meinem Schreibtisch sitze.

Hintergründe zur Leseprobe
Wie passend dazu, das Nightmare Forrest dieses Jahr besonders weit vorangekommen ist, beschäftigt sich die Leseprobe für Dezember mit einer von mir geschriebenen Roman-Fassung von Alone in the Dark - The New Nightmare, einer der drei Hauptinspirationen von Nightmare Forrest. Noch immer halte ich sehr viel von dem Spiel und seinem Inhalt. Also beschloss ich, selbst die treibende Kraft zu werden. Am schwierigsten ist es dabei, Dinge abzuwandeln. Denn auch das habe ich im Vorwort angedeutet - ich schreibe keine Komplettlösung, sondern eine Romanfassung. Dabei möchte ich gewisse Punkte ergänzen und verändern, sogar einige Logikfehler wieder gutmachen, die mich im Spiel immer gestört haben. Denn manchmal wirken Dialoge irgendwie fehlgeleitet oder sind durch die Übersetzung nicht gut gelungen. Das kann ich nun endlich korrigieren. 

Eine weitere Herausforderung ist es, beide Seiten gleich stark zu beleuchten. Denn die Geschichte spielt aus der Sicht von Carnby UND Aline. Das heißt, ich muss alles so anordnen, das man nicht das Gefühl hat, das einer von beiden zu kurz kommt. Und weil es nicht immer leicht ist auszumachen, was der andere macht, während der eine im Rampenlicht steht, kann ich hier gewisse Freiheiten nutzen. Auch, wenn ich dieses Projekt nur ganz am Rand bearbeiten werde, freue ich mich auf jegliche Stunden, die ich damit verbringen kann. Vor allem, weil ich dieses Spiel nach 15 Jahren immer noch gerne spiele - inzwischen sogar bei Steam.

Was 2021 bringen wird - worauf ich mich bisher freue
Das erste, was mir da einfällt, ist die Arbeit an Nightmare Forrest. Ich freue mich, endlich wieder aktiv etwas zu schreiben und hoffe, das ich die kleinen und großen Baustellen in meinem Plot schnell überarbeitet bekomme, sodass alles so schön läuft wie ich es mir vorstelle.

Das nächste ist das 1.17 Caves & Cliffs Update von Minecraft. Das soll zwar erst im Sommer kommen, doch bis dahin werden wir wahrscheinlich noch so einige Snapshots erhalten, in denen die neuen Dinge ausprobiert werden können. Wie immer mache ich dann ein paar TikToks darüber, um meine Fanbase etwas weiter auszubauen.

Auch habe ich total Lust, wieder mehr Zeit in YouTube-Videos zu investieren. Zwar ist mein Studio - das Büro auf dem Dachboden - noch nicht einsatzbereit. Doch ich kann mir vorstellen, immer mal wieder Minecraft-Videos hochzuladen, so wie ich es letzten Monat gemacht habe. Wer sich dafür interessiert, folgt einfach dem Link zu meinem Kanal oben in der Liste.

Ich werde mich aktiv bemühen, meine Umzugspläne umzusetzen. Denn ich bin mir sicher, das es wichtig für mich ist, endlich mal andere Gesichter zu sehen. Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, wie sehr ich meinem Heimatort überdrüssig bin. Das werde ich definitiv ändern und in Angriff nehmen, das es dieses Jahr endlich passiert. Ich bin aufgeregt und sogar etwas ängstlich - aber wer wäre das nicht vor so einem großen Schritt.

Diesen Punkt mache ich kurz: Ich würde mich auch freiwillig impfen lassen, weil ich das als wichtig empfinde - Punkt.


Was sonst noch alles so kommt, weiß ich nicht. Natürlich werde immer mal wieder neue Blogposts anstehen. Alles wird langsam anlaufen. Und ich werde versuchen, mich mitreißen zu lassen, wenn der Turbo eingeschaltet wird. Denn ich fürchte mich zwar vor Veränderung, aber am meisten vor dem Stillstand. Und deswegen möchte ich unbedingt das erreichen, was mir am wichtigsten ist. Wünscht mir Glück - ich wünsche euch das Gleiche.

Dienstag, 1. Dezember 2020

News aus dem November

Inzwischen bin ich im letzten Monat des Jahres angekommen. Na endlich. Und wie immer wird es Zeit für einen kleinen Rückblick. News zu Nightmare Forrest gibt es keine neuen, wer das Update verpasst hat, schaut sich bitte diesen Post hier an. Alles andere findet ihr jetzt hier:

Ich auf Steam
Meinen Steam-Account habe ich schon seit 2014, als ein Kumpel mir riet, sich die Spiele hier zu kaufen. Zuerst war ich skeptisch, aber inzwischen habe ich den Dreh raus und finde es toll, das ich bei Steam ganz einfach Spiele kaufen kann, die mir gefallen. Und zwar sofort. Das begann damit, das ich mir über Steam Alone in the Dark - The New Nightmare zugelegt habe. Meine PC-Version (zu der ich die CDs besitze), wollte im Sommer plötzlich nicht mehr auf meinem Laptop laufen. Also habe ich mir eine Alternative gesucht. Zumal habe ich jetzt die Gelegenheit, das Spiel auf englisch zu spielen - inzwischen habe ich es bereits mit beiden Figuren durchgespielt.

Ich tendiere aber dazu, Spiele dann zu kaufen, wenn sie im Angebot sind, um zu sparen. Hat bisher super funktioniert. So habe ich vor kurzem ein Bundle mit einigen Daedelic-Spielen sehr günstig erstanden. Seitdem bin ich einmal komplett durch Harveys neue Augen, den ersten Teil von Deponia und habe mich, auf die Empfehlung meiner Cousine Leo auf The Night of the Rabbit eingelassen. 

Abschluss der Bücherregal-Updates
Ganz überraschend kann ich aber verkünden, das ich etwas anderes, Blog-bezogenes, abgeschlossen habe. In 2018 habe ich ja damit begonnen, alte Blogposts der Rubrik Sunderlands Bücherregal auf ein neues Schema zu aktualisieren, da dem ganzen eine gewisse Struktur fehlte. Und als ich im November einfach nicht mehr mit dem Schreiben weiterkam, habe ich mich kurzerhand mit den noch offenen Ausgaben auseinander gesetzt und sie fertig gestellt. Somit sind jetzt alle Ausgaben aktuell, was mich außerordentlich freut. Denn jetzt habe ich eine Sache weniger auf meiner ToDo-Liste. Und ich werde mich hüten, mir für 2021 neue Projekte auszudenken, die meine Zeit auffressen.

Hintergründe zur Leseprobe
Im November erblickte eine Idee das Licht, die um 2012/2013 entstanden sein muss. An den Beweggrund erinnere ich mich gar nicht mehr, trotzdem hat das Konzept der Geschichte bis heute überlebt. Und als ich das Line-Up für die Leseproben 2020 aufgestellt habe, wusste ich, das diese Idee gut passen würde. Denn es ging mir ja in erste Linie um eine gewisse Vielfalt. Ob ich das erfolgreich umgesetzt habe oder nicht, diese Wertung überlasse ich den Lesern. Du liebst mich nicht ist eine Geschichte über Vertrauen, Verrat und Glaubwürdigkeit. So wie einige andere Konzepte meiner Ideen soll der Leser hier langsam und vorsichtig die Fakten erhalten, um dann eigene Schlüsse zu ziehen. Es ist weniger ein Krimi, eher ein Thriller und auch hier habe ich mal einen anderen Schauplatz gewählt als England.

Bei der Entwicklung der Figuren habe ich etwas ähnliches gemacht, wie bei Crowl Valley; ich habe mir Menschen aus meinem damaligen Umfeld in den Rollen der Charaktere vorgestellt, um meine bildliche Fantasie zu beflügeln. Der Unterschied zu meinem Bloggerroman ist aber, das ich das diesen Leuten nie erzählt habe. Es war nur für mich, mein kleines Geheimnis. Schließlich hatten die Menschen, die ich für Crowl Valley als Vorlagen nehmen wollte, eine falsche Vorstellung von meiner Arbeit. Deswegen war ich vorsichtig und behielt die Idee für mich. Wichtig zu erwähnen ist, das diese Bilder in meinem Kopf immer noch existieren - obwohl ich mit fast keinem Menschen von damals mehr in Kontakt stehe (außer einer Person). Aus diesem Grund habe ich mich hin gesetzt und ein altes Manuskript über die Idee aufgearbeitet und ergänzt.

Übrigens: Ich habe inzwischen begonnen, meine Leseproben auf englisch zu übersetzen. Das rührt von meinen Aktivitäten auf Tiktok, wo meine Hörproben in beiden Sprachen gut ankamen. Die erste Nightmare-Forrest-Leseprobe ist bereits auf englisch verfügbar, der Rest wird noch folgen. Und auch die Leseproben aus diesem Jahr werde ich nach und nach übersetzen, um mein Publikum zu erweitern.


Wie oben schon gesagt, werde ich keine Besonderheiten oder Neuerungen in den Blog bringen, sobald 2021 anfängt. Trotzdem wird es weiterhin so etwas wie Sunderlands Bücherregal und andere reguläre Blogposts geben. Auch im Dezember werde ich wohl endlich mal wieder ein Buch vorstellen können. 

Freitag, 26. Juni 2020

Wie sich alles verändert hat

Es ist unglaublich. Inzwischen sind es acht Jahre, die dieser Blog nun schon besteht. Auf den heutigen Tag genau erschien der erste Post. Und er hat mich durch viele gute und schlechte Zeiten begleitet. Ich habe über alles geschrieben, was mich bewegt, gestört und inspiriert hat. Mit dem heutigen Post will ich nicht nur ein Jubiläum begehen - etwas, was ich sonst nur Nightmare Forrest tue - sondern auch Bilanz ziehen und schauen, was sich seit 2012 alles verändert hat. Wer zum Beispiel weiß noch, das mein Blog früher einen anderen Namen hatte?

Als ich angefangen habe zu bloggen, war ich noch in der Schule. Damals war ich in der Berufsfachschule, um meinen Realschulabschluss nachzuholen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich unbedingt etwas schaffen, das sich mit meiner Buchidee beschäftigt. Damals hatten wir erst einige Monate zuvor unseren Internet-Anschluss bekommen und ich war mit der Welt des World Wide Web noch nicht wirklich vertraut. Und ich dachte, wenn da draußen jemand deine Ideen gut findet, dann lohnt es sich.

Eines Tages schien mir die Idee fantastisch, die Bücher vorzustellen, die ich lese. Das war 2013. Zuerst sollte es regelmäßig einen Post geben, doch dann habe ich gemerkt, das ich beim lesen an meine Grenzen stoße, da ich nicht der schnellste Leser bin. Deswegen habe ich 2014 nur noch Gelegentlich über Bücher geschrieben. Das tue ich heute ebenfalls so; ich nehme mit die Zeit, die ich zum lesen eines Buches brauche. Auf diese Weise habe ich bereits über hundert Bücher vorgestellt - genauer gesagt 111 nach heutigem Stand.

In den Jahren nach meinem Realschulabschluss wusste ich nicht unbedingt, was ich tun soll. Es war für mich immer selbstverständlich gewesen, irgendwann nur noch zu schreiben. Damit ich nicht irgendwas tat, probierte ich einige Dinge aus (welche, spare ich an dieser Stelle jetzt mal aus) und lernte dabei nicht nur positive Dinge über mich und meine Umgebung. Und selbst in den schwersten Zeiten ist mir mein Blog immer ein Trost gewesen. Etwas, das mir Hoffnung gab und wo ich keine Angst haben musste, meine Meinung zu sagen. So entstand unter anderem The Mystery of Crowl Valley, wo ich einige persönliche Erfahrungen aus diesen Jahren verarbeitet habe. 

Schließlich kam ich an einem wichtigen Punkt an: Ich habe eine Karriere gefunden, die für mich passt. Nach langer Suche fand ich, das Kaufmann für Büromanagement am ehesten meinem Naturell entspricht. So begann ich 2015 meine Ausbildung in diesem Beruf. Bis heute habe ich das nicht bereut. Da ich aber noch weiß, wie schwer es war, diesen Weg für mich zu finden, weiß ich ganz sicher, das ich (abgesehen vom schreiben) keine weiteren Berufspfade anstreben werde.

Während meiner Ausbildung habe ich weiterhin unbeirrt meine Artikel getippt. Erst gegen Ende meiner Ausbildung schränkte ich meine Tätigkeit im Blog kurzzeitig ein, da ich für meine Prüfungen alle möglichen Ablenkungen abschalten wollte. Es war auch ein wenig befreiend, sich mal keine Gedanken darum machen zu müssen, was ich schreiben soll. Natürlich habe ich aber trotzdem Einfälle notiert, die ich für den Blog gut gebrauchen konnte. Normalerweise sollte die Pause ein Jahr dauern. Doch im Sommer, nachdem ich meine Prüfungen bestanden hatte, bekam ich wieder richtige Lust, weiterzumachen. Und da ich auch einige Bücher zum vorstellen hatte, begann ich munter mit dem schreiben. Es war glaube ich eine der schönsten Phasen.

Nach meinem Abschluss habe ich deutlich mehr für den Blog getan. Wie gesagt, war ich früher wieder da und habe das getan, was ich am liebsten tue: Meine Inhalte strukturiert. Ich liebe nämlich Ordnung, ein Grund, weswegen ich meinen Beruf gewählt habe. Auch hat meine Arbeit sich über die Jahre deutlich gebessert und fokussiert. Wenn ich manchmal Posts aus den ersten Monaten betrachte, fühle ich mich etwas peinlich berührt. Entweder weil mein Stil ziemlich zu wünschen übrig ließ oder weil ich doch tatsächlich peinliche Schnitzer begangen habe. Zwar habe ich mir geschworen, dem treu zu bleiben (bedeutet meine Artikel sind nach wie vor für alle einsehbar), aber ich habe doch bei einigen Posts Fehler korrigiert und vor allem Absätze hinzugefügt. Meine ersten Blogposts waren ziemliche Fließtexte. Zusätzlich habe ich begonnen, die Bücherregal-Ausgaben nach einem bestimmten Schema auszurichten. Damit bin ich zwar immer noch nicht fertig, aber auf einem guten Weg.

In all den Jahren haben ich ebenfalls immer wieder neue Themen auf den Blog gebracht. Zwar wollte ich zwischendurch das NF das Hauptthema ist, doch dann fragte ich mich, was den gegen einen Allround-Blog spricht. Deswegen habe ich mit der Zeit angefangen, auch manchmal Filme und Serien zu thematisieren, über den ESC zu schreiben und endlich einen Bereich für Leseproben zu schaffen. Die Buchkritiken hatte ich ja schon erwähnt. Und auch mein Hobby, in Minecraft Buchschauplätze zu bauen, hat seinen Platz gefunden. Da fällt mir ein, diesen Bereich müsste ich irgendwann nochmal ein wenig überarbeiten.

Es gibt natürlich auch Dinge, die ich niemals in meinen Posts verarbeitet habe. Zum Beispiel habe ich nie groß über Beziehungen gesprochen. Das möchte ich auch gerne so lassen, denn ich finde einfach, das sie nichts über meine Arbeit aussagen, was wichtig wäre für meine Leser. Natürlich zieht man auch aus diesen Erfahrungen seine Inspirationen, aber ich finde es gibt Menschen, denen auf diesem Blog einfach kein Platz gebührt. Ich fokussiere ich am liebsten auf das, was am wichtigsten ist: Meine Arbeit als Autor.

Seit nahezu einem Jahr befinde ich mich jetzt auf Jobsuche. Innerhalb dieser Zeit habe ich natürlich auch meine Zeit genutzt, um meine Geschichten voranzubringen. Mein Blog und meine Ideen profitieren zwar davon, das ich jederzeit daran arbeiten kann, doch trotzdem macht mir die Zukunft Angst. Vor allem im Moment. Ich weiß nicht, wo es als nächstes hingeht. Wenn zu zurückblicke auf meine Vorsätze, weiß ich, das ich einen Teil davon dieses Jahr nicht erfüllen kann. Ok, also werde ich nicht umziehen. Und wahrscheinlich auch niemanden neues kennenlernen und mich verlieben. Aber die Hoffnung, endlich das Wort Ende hinter ca. 300-400 Seiten Text zu setzen, gebe ich nicht auf.

Manchmal hänge ich durch und fühle mich nicht wirklich danach, etwas zu schreiben. Das ist normal, das ist ok. Doch ich habe auch so viele andere Dinge, auf die ich mich zu konzentrieren versuche. Ab und zu liegt es daran, das ich mich sorge. Um mich und meine Zukunft. Es ist nicht immer einfach Zuversichtlich zu sein. Und weil ich wirklich möchte, das wenigstens einer meiner Vorsätze wahr wird, habe ich mir überlegt, erneut eine Art Blogpause einzulegen. Nicht komplett, ich werde ab und zu noch einen Artikel schreiben oder ein Buch vorstellen. Aber ich möchte im Moment weniger an Blogposts arbeiten, als an Manuskripten. Diese brauchen Vorrang. Diese Zeit werde ich mir nehmen. Schließlich ist dieser hier Post Nr. 280, somit gibt es für Erstleser viel zum Nachholen.

Zum Schluss eine Notiz an die Leser dieses Blogs: ich weiß, ihr werdet nicht viele sein. Doch das stört mich nicht. Denn trotzdem bin ich stolz, das ich es 8 Jahre lang geschafft habe, etwas wie diesen Blog zu führen. Denn es gibt Dinge, die irgendwann in Vergessenheit geraten. Die man abbricht, weil man den Spaß verliert. Mir ist das nie passiert. Und ich hoffe, das es auch so weitergeht. Meinen Lesern will ich danken, egal, ob ihr seit dem ersten Tag oder erst seit kurzem dem Geschehen hier folgt. Ich freue mich, wenn ihr mögt, was ich tue. Und solltet ihr jemanden kennen, der sich vielleicht hierfür interessieren könnte, zeigt ihnen den Blog, gebt die Adresse weiter. Vielleicht finden sie einen Grund, der sie zum bleiben veranlasst. Denn wie vor einigen Monaten schon einmal gesagt: Egal was passiert, ich bin hier. Und das wird sich für ganz lange Zeit auch nicht ändern.

Dienstag, 4. Februar 2020

Ein Post für Zwischendurch

Vor einigen Tagen habe ich ja meine erste neue Leseprobe zu einem anderen Projekt als Nightmare Forrest im Blog eingestellt. Und obwohl ich meine Ideen sehr gut hüte, möchte ich doch kurz ein wenig darüber schreiben. Denn Lonely House ist für mich ein weiteres Projekt, dem ich sehr viel Potenzial zugestehe. Natürlich befriedigt es in erster Linie meine eignen Lesegewohnheiten - ein wenig Mystery und Spannung - doch glaube ich, das die Geschichte einen schönen Twist hat. Auf die Idee zu der Story kam ich lustigerweise wieder während einer Unterrichtseinheit (so kam ich damals bereits auf den Titel zu Nightmare Forrest). Ich begann sofort eifrig mit dem Tippen, einiges davon findet sich auch in der Leseprobe so wieder.

Seither habe ich zwar nicht mehr viel daran gearbeitet, aber als ich die Datei zusammengestellt habe, machte es erneut Klick und ich habe damit begonnen, das Konzept weiterzuspinnen. Schließlich habe ich damals einfach angefangen zu tippen, ohne zu wissen, wohin das Ganze geht. Jetzt weiß ich es - und ich bin begeistert von dem Konzept. Das ist auch der Grund, warum ich mein Muster aus dem letzten Jahr, jeden Monat Revue passieren zu lassen, habe schleifen lassen. Vielleicht nehme ich es wieder auf. Oder nicht. Mal schauen. Man könnte diesen Post als Ersatz zählen, finde ich. Auf jeden Fall werde ich mir immer mal wieder Zeit nehmen, um einige Hintergründe zu den Leseproben zu erzählen.

Außerdem: Seit Jahresbeginn habe ich bereits mehrere Sunderlands-Bücherregal Updates durchgeführt. Normalerweise mache ich das einzeln, sodass ich später noch einmal den Link posten und vielleicht neues Interesse wecken kann. Doch langsam möchte ich wirklich damit fertig werden, die alten Ausgaben der Rubrik auf das in 2018 vorgestellte Schema anzupassen. Deswegen habe ich einfach mal einige durchrutschen lassen. Mittlerweile lichtet sich das Ganze und ich werde diesen Monat wohl alle bisher fertigen Änderungen veröffentlicht haben. Dann bleiben noch ein paar übrig, die es noch umzuschreiben gilt. Um die kümmere ich mich in den nächsten paar Wochen und Monaten.

Gleiche Rubrik, anderes Thema: Bisher habe ich ganz selten mal zu einem Buch gegriffen, weswegen es im Januar auch kein neues Bücherregal gab. Das ändert sich aber bald - denn am Donnerstag veröffentliche ich den ersten Post dieser Art im neuen Jahrzehnt. Das Buch habe ich jetzt bereits zur Hälfte durch und ich denke, das Fazit wird gut ausfallen. Kommt drauf an, ob es die Qualität hält.

Ganz besonders freue ich mich aber auf das Ende der Woche. Denn am Freitag kommt endlich das langerwartete neue Album von La Roux auf den Markt - Supervision. Mit bereits drei Song hat uns Elly Jackson auf ihre neue Musik vorbereitet. Und diese hat mir gut gefallen. Ich hoffe, das die anderen Tracks mit diesen Paradestücken auch mithalten können. Ein ganz besonderes Highlight war für mich bisher der Song Automatic Driver, den Elly letzten Monat präsentiert hat.

Mehr habe ich grad nicht zu berichten - weitermachen.

Dienstag, 31. Dezember 2019

Monatsrückblick Dezember 2019

Mit diesem Post geht das Jahr zu Ende. Da ich ja bereits in dem Post vom Sonntag sehr offen war, möchte ich diese Art und Weise in 2020 doch einfach beibehalten. Denn meine ehrlichen Gedanken und Gefühle nieder zu schreiben scheint für mich eine Hilfe zu sein. Ich fühle mich danach besser. So unglaublich es auch klingt, aber je schlimmer ich mich fühle, desto schlechter komme ich kreativ voran. Nichts gefällt mir und ich kriege kein Wort zu Papier. Das ist eine der Sachen, die sich im neuen Jahr ändern sollen.

Weihnachten war, trotz einiger Dinge, sehr schön. Neben zu vielen Süßigkeiten habe ich eine sehr schöne Lampe bekommen, wie sie Banker oder Anwälte haben (die mit dem grünen Schirm). Diese ist in jeder Hinsicht wie für mich gemacht. Meine Ma hat sich damit sehr viel Mühe gegeben. Meine Cousinen waren sehr gegenwärtig und haben mir den Soundtrack zu Frozen 2 geschenkt - die deutsche Version. Denn diese finde ich ausnahmsweise sehr gut. Mehr dazu kommt dann in der Rezi zum Film in wenigen Tagen. Ansonsten gab es entweder Süßigkeiten (das große Laster meinerseits) und etwas Geld. Wer das unpersönlich findet - ich habe zu einem gewissen Punkt nichts dagegen, mir selbst etwas schönes davon zu kaufen. Oder es für besser Zwecke zu sparen.

Gullible Fool - ein weiterer neuer La-Roux-Song, kam Anfang des Monats raus. Ein sehr seichtes Lied, das aber genau dadurch besticht. Es setzt weiter den Ton für das bald kommende Album Supervision, notiert euch den 7. Februar. Nicht jeder Song muss ein Mega-Hit werden, solange ich es genießen kann, die neue Klänge aus Elly Jacksons Küche zu entdecken. Für alle, die den Song ausprobieren wollen - hier klicken.

Während ich an meinen alten Welten gearbeitet habe, hat Mojang die neue 1.15-Version mit den Bienen rausgebracht. Ich habe schon viel gehört, vor allem auch durch YouTube, wo viele die neuen Eigenschaften des Honig-Blocks loben. Sobald ich endlich die Kombination der alten Welten abgeschlossen habe, werde ich mich mal mit der aktuellsten Version beschäftigen. Denn auch diese habe ich noch nicht abgeschlossen. Zwar bin ich in kurzer Zeit sehr weit gekommen, doch immer noch nicht fertig.

Achja, und mein Geburtstag war richtig toll. Wirklich. Ich habe tolle Geschenke bekommen - allen voran die DVDs zu Bones, der kompletten Serie. Und ich schaue sie wirklich so gern, ich habe die erste Staffel bereits durchgeschaut. Jetzt fehlen noch die anderen 11. Auch ein mysteriöses Puzzle habe ich erhalten, in dem Rätsel versteckt sein sollen. Das habe ich ebenfalls schon fertig, jetzt kann ich mich mit den Rätseln beschäftigen.

Als letztes nutze ich hier die Gelegenheit das persönliche Buch des Jahres 2019 zu küren - und zwar sie weiß von dir, geschrieben von Sarah Pinborough. Damit ist es erneut ein britisches Buch, das sich den ersten Platz schnappt.

In 2020 werde ich die Updates für alte Ausgaben noch schneller rausbringen, um endlich damit fertig zu werden. Schließlich habe ich in den letzten Monaten immer nur sporadisch einige Upadtes gepostet. Bereits im Januar werde ich viele weitere folgen lassen und auch die Bücher des Jahres für 2017 und 2016 bekannt geben können. Ansonsten schreibe ich über meine weiteren Pläne in meinem Post zu meinen Neujahrsvorsätzen, der in den nächsten Tagen erscheint. Bis dahin wünsche ich meinen Lesern ein gutes neues Jahr - erfüllt euch eure Träume und schaut nicht zurück.

Sonntag, 29. Dezember 2019

Was 2019 mir gebracht hat...

Vor fast genau einem Jahr habe ich einen Post veröffentlicht, in dem ich gewisse Wünsche an 2019 gerichtet habe. Und heute will ich nicht nur feststellen, was davon alles in Erfüllung gegangen ist, sondern auch sehen, was alles nicht geklappt hat.

Um die Liste schnell zu reflektieren:
1. Eine tolles Album von Carly Rae Jepsen habe ich bekommen.
2. Wreck-it Ralph 2 war ein netter Film (nicht so gut wie Teil 1, aber sehenswert) --> mehr hier.
3. Die vierte Staffel Outlander war interessant --> mehr hier.
4. Mein Urlaub war super (siehe mein Reisetagebuch)
5. Von den Filmen in der Liste habe ich nur Mary Poppins' Rückkehr und den Nussknacker-Film immer noch nicht gekauft.
6. Der ESC 2019 war aufregend, der Sieger gefällt mir - nur UKs letzter Platz war extrem unangebracht.
7. La Roux's Album Supervision kommt nächsten Februar.

Wie man sieht ist vieles von dieser Liste passiert, oder passiert bald. Obendrein habe ich dieses Jahr auch gut an Nightmare Forrest gearbeitet und sogar einige neue Freundschaften geschlossen, die ich freudig mit ins neue Jahr nehmen werde. Leider muss ich zugeben, das 2019 auch ein Jahr war, das mich vor harte Proben gestellt hat. Das tut es immer noch.

Zeitweise war mein Job sehr anstrengend und laugte mich aus. Das kann passieren. Doch gerade, als ich das Gefühl hatte, es gehe wieder Berg-auf, passierte das für mich unvorhersehbare: Ich wurde gekündigt. Das hier zuzugeben, nach den 6 Monaten, die ich jetzt schon auf Job-Suche bin, wühlt mich immer noch auf. Die Geschäftsleitung sprach von interner Umstrukturierung. Es liege nicht an mir. Ein schwacher Trost. Schon öfter wollte ich über diese Angelegenheit schreiben, habe mich aber nie getraut. Warum, wusste ich nicht. Bis jetzt. Denn es zuzugeben, schmerzt immer noch. Somit schützt einen noch nicht einmal seine gute Arbeit vor so etwas. Und meine Pläne, die ich für die Zukunft habe, schweben ungewiss in der Luft. Seither.

Immer wieder hatte ich Tief-Phasen in denen ich einfach nichts tun konnte. Ich fühlte mich traurig. Wütend. Nutzlos. Mein Kopf tat weh, mein Körper schien immer müder zu werden. Das Schreiben konnte mich ablenken - aber nicht immer. Und je länger dieser Zustand der Arbeitslosigkeit anhält, desto mehr Angst habe ich vor der Zukunft. Die Stimmen, die mir helfen wollen, umschwirren mich mit jeden Tag immer mehr, immer lauter. Und das beklemmt mich manchmal so sehr, das meine Gefühle taub zu werden scheinen. Trotz meiner Ideen und meines Enthusiasmus fürs Schreiben habe ich einfach keine Ahnung, welchen Schritt ich als nächstes gehen soll. Ich traue mich nicht, etwas zu wagen. Ich habe Angst. Und das macht mich unglücklich. Aber egal, wie viel Überwindung es kostet, ich muss einen Weg finden. Einen Weg, den zu gehen ich mich entscheide.

Für nächstes Jahr werde ich eine neue Liste schreiben. Beim durchlesen der alten wurde mir klar, das alles, was darauf stand, eigentlich nichts war, was mich persönlich voranbringt. Es waren Dinge, die mich interessieren und erfreuen, aber nichts, das mein Leben in eine neue Richtung lenkt. Deshalb werde ich 2020 eine Liste von Vorsätzen schreiben, die mein Leben endlich auf den Pfad führen, auf den es gehört. Was genau das sein wird, werde ich im Januar genauer definieren. Denn auch diese Pläne nieder zuschreiben kostet mich viel Kraft und Überwindung. Ich werde Opfer bringen müssen, so viel steht fest.

Heute werde ich übrigens 26, falls das noch gar nicht erwähnt wurde. Und in diesem Alter sollte man vielleicht doch wissen, was man vom Leben will und wie man es sich nehmen kann. Vielleicht muss ich ernster werden, oder mich mehr durchsetzen. Was auch immer mir zum weiterkommen fehlt, muss ich erlernen und nutzen.

Dienstag, 21. Mai 2019

EuroVision Song Contest Tel Aviv 2019 - Recap

Mit großer Vorfreude und Spannung habe ich am Samstag das große Finale des Eurovision Song Contest verfolgt - zum vierten Mal in Folge mit meinen Cousinen zusammen. Sogar die jüngste (5) hat etwas mit geschaut, bevor sie nach Hause musste. Wir alle konnten kaum erwarten, diese bunte Welt der Musik zu konsumieren. Nebenbei habe ich immer wieder durchgesagt, wie meine Cousinen die Songs beim ersten hören bewertet haben. Ab und zu waren sie ziemlich überrascht, was zeigt, das ein Live-Auftritt noch was bewirken kann. Nur ein oder zwei Mal sagte Leo "darf ich einen Punkt abziehen?". Besonders gefallen haben die Songs aus Frankreich, UK, auch Deutschland, Tschechien und noch weitere wie die Schweiz, lediglich San Marino und Island waren so schlimm wie befürchtet. Zwischendurch haben wir uns mit einigen Knabbereien versorgt und darüber sinniert, wessen Auftritt gut war, und wessen nicht. Sogar meine Oma, die zwischendurch mal eingeschaltet oder vorbeigeschaut hat, fand Island grausam und mochte den deutschen Beitrag.


Wie jedes Jahr fand ich die Postcards richtig gut gemacht. Die Tanzeinlagen der Künstler waren toll anzusehen und ich hoffe, das man sich im nächsten Jahr etwas ähnliches einfallen lässt. Die Moderatoren waren mir sympathisch, nur fand ich dieses Jahr hatten sie nicht so viele komische Einspieler wie in den Jahren zuvor - also war der Contest etwas ernster als sonst. Vielleicht wollte man nicht so von den Songs ablenken. Und außerdem war das andere, was geboten wurde, auch ganz nett. Natürlich fand ich, das die Performances viel zu schnell vorbei waren. Und das bei 26 Songs. Die grafische Umsetzung der Flaggen und die Grundform des Dreiecks im Logo hat mir dieses Jahr besonders gefallen. Das Auge hatte endlich mal wieder was zu schauen und auch, wenn andere vielleicht nicht zustimmen, dieser Jahrgang war stärker als der letztes Jahr.

Stimmenverteilung
Mit Beginn der Voting-Phase bin ich dieses Jahr nicht nach Hause gelaufen, um zu Voten. Dazu hatte ich einfach nicht die Energie. Ich war früh aufgestanden und fühlte mich etwas unwohl. Zum Glück habe ich trotzdem genug stimmen verteilt. Denn seit Anfang des Jahres habe ich ein neues Handy. Das Alte habe ich ebenfalls behalten. So konnte ich von beiden Handys meine SMS verschicken. Auf dem neuen Handy (einem Smartphone) habe ich zum ersten Mal über die App gevotet. Das ist viel einfacher und geht schneller. Das werde ich wohl jetzt jedes Jahr so machen.

Die meisten Votes haben UK und die Niederlande bekommen, der Rest meiner Favoriten aber hat mindestens zwei pro Act erhalten. 40 Stimmen verbraucht - passt. Ich fand die Voting-Phase dieses Jahr ungewöhnlich lang (man sprach glaube ich von ca. 50 Minuten), sonst war ich der Meinung, sie wäre schneller vorbei gewesen, innerhalb mehrerer Minuten. Anscheinend erfordert das neue System, das man so viele Anrufe wie möglich verzeichnen kann. Sollte man das immer so handhaben, werde ich nächstes Mal vielleicht wieder flitzen, um noch ein paar Stimmen mehr zu vergeben.

Madonna - was war das?
Einer der Meisterwartetsten Auftritte während der Voting/Auszählphase war der von Pop-Ikone Madonna. Während ich das Sing meinen Song-ähnliche Titeltauschen einiger ehemaliger ESC-Sieger noch cool fand, und Nettas neuen Song Nana Banana irgendwie witzig, war ich spätestens bei Madonnas aktueller Single sehr... verstört. Zuerst hat sie ihren Hit Like a Prayer performt, den ich eigentlich sehr mag. Da ich den Text kenne und mitgesungen habe, ist mir erst gar nicht aufgefallen, wie müde und unkontrolliert die Stimmen der Sängerin klang. Bei dem Song Future (oder wie er heißt) kamen noch so Stimmverzerrer zum Einsatz, wohl um den Unklang ihres Gesangs zu kaschieren. Und dafür gibt ein Israelischer Milliardär so viel Geld aus? Sogar in den Kommentaren waren viel enttäuscht von diesem Auftritt - meine Mutter rief mich an und fragte, ob das ihr ernst war, sowas einen Auftritt zu nennen. Sie hat früher gerne Madonna gehört, als ihre Musik noch gut war. Ich kann das verschmerzen, ich habe ihrer Anwesenheit sowieso keine große Wichtigkeit beigemessen. Das Einzige, was mich beruhigt, das so zumindest keiner schreiben konnte "das ist besser als die anderen Songs, kann man dafür voten". Was ein Karriereknick.

Der Titeltausch zwischen Mans, Conchita, Verka Seduchka und der Zypriotin von letztes Jahr (ich muss ihren Namen erst recherchieren) war lustig und interessant, vor allem als Eleini das Lied von Verka gesungen hat - das war ein echtes Highlight. Auch die anderen Intervall-Sequenzen waren nicht schlecht, allen voran Netta und ihr Song Nana Banana. In einem Tweety-gelben Outfit klärt sie uns darüber auf, das sie macht, was immer sie Lust zu machen hat. Kein Hit, aber ein lustiges Lied, das auf einer Party mit bestimmtem Pegel bestimmt auch für gute Laune sorgen kann. Meine Oma findet sie sonderbar, meine Mutter kritisiert ihre Kleidung. Warum auch immer...

Jury- und Tele-Votes
so sah es nach den
Jury-Votes aus
Nach der für mich sehr langen Voting-Phase, dem Schließen der Leitungen und dem Intervall ging es endlich ans eingemachte - die Punkte. Wer wird den ESC 2019 gewinnen? Während der Jury-Votes habe ich oft nach uns und UK Ausschau gehalten und gehofft. Und mit jedem Land, das seine Jury-Punkte vergab, sankt meine Hoffnung ins Bodenlose. Gelegentlich mal ein paar Punkte für uns, sehr sporadisch bei UK. Am Anfang war Russland weit oben, dann übernahm nach einiger Zeit Nord-Mazedonien das Feld. Vieles sah nach einem Sieg aus, Am Ende der Jury-Punkte war Schweden oben, Nord-Mazedonien auf Platz 2. Als Urban nach Ende von Phase 1 erklärte, wie man jetzt weiter verfahren wird, war ich positiv aufgeregt, denn es klang nach einer echten Chance, das Deutschland nicht direkt als schlechtestes Land benannt wird (so wie es in 2016 glaube ich war). Die Liste wurde von unten nach oben abgegrast, die Punktezahlen waren mal höher, mal niedriger. Jetzt weiß ich nicht, was mich schlimmer getroffen hat: die 0 Punkte des Televotes für uns, oder die läppischen 3 Punkte für UK. Als Bar Rafaeli sorry sagte, blieb mir fast das Herz stehen - gefolgt von einem Schrei gegen den Fernseher. Ob das ihr ernst sei? 0 Punkte? Als UK schließlich nur 3 erhielt, hatte ich meine Hoffnung auf einen Überraschungssieg für Michael Rice aufgegeben. Armer Junge.

Der Rest war zwar noch spannend, jedoch hinterließ mich das eigene Ergebnis paralysiert. Gegen Ende waren dann nur noch 4 Länder übrig und ich drückte die Daumen, das wenigstens ein guter Song den Abend für sich entscheidet. Schweden hätte ich einen Sieg zum Beispiel weniger gegönnt - schließlich haben sie, seit ich 2010 angefangen habe, den Contest zu verfolgen, bereits 2 Mal ausgetragen. Als schließlich die Niederlande feststand, war ich doch glücklich damit. Trotzdem hielt die Betäubung über diesen ESC-GAU an. Bis heute, um ehrlich zu sein. Laut dem Wikipedia-Artikel, der kurz nach dem Contest bereits existiert, haben einige Länder bereits für nächstes Jahr wieder zugesagt. Auch wir. Es gibt sogar schon mehrere Städte zur Auswahl, was die Austragung betrifft. Was das betrifft, werden wir allerdings noch mehrere Monate warten müssen. Sollten die Daten für nächstes Jahr zügig erscheinen, notiere ich mir das schon mal in meinem Kalender. Und ich gebe sie auch hier bekannt, sobald sie feststehen.

Haters gonna hate!
Das Gesamtergebnis
Am Morgen nach dem Finale machten sich viel Deutsche auf eurovision.de Luft, ihrer Meinung nach war das abzusehen und der NDR sollte entweder bessere Künstler schicken, oder einpacken. Andere häufige Kommentare wollten die Abschaffung der Jurys, das Antreten von Deutschland im Halbfinale oder gar eine komplette Quittierung des ESC. Aber ganz ehrlich - diese Kommentare sind jedes Jahr die gleichen! Und die kommentierenden wahrscheinlich auch. Wenn ich jetzt mal von mehreren eklatanten Verstößen gegen die deutsche Rechtschreibung absehe, dann schockiert mich die Kommentar-Sektion gar nicht mehr. Die Jurys werden bleiben, da gibt es nix zu rütteln. Ja, Deutschland sollte es mal in einem Semi probieren. Und einfach nicht mehr mitmachen? Dann würden wir ja zeigen, was für schlechte Verlierer wir sind! Seit Jahren gibt es Länder, die nicht im Finale sind (zum Beispiel Montenegro), die trotzdem immer wieder dabei sind, weil sie es gerne machen. Und einige andere haben auch mal Glück und schaffen es doch (so wie die Schweiz oder *ugh* San Marino dieses Jahr) mal ins Finale. Und Länder wie Italien dieses Jahr zeigen, das man auch als Big-5-Land gute Chancen haben kann.

Auf der internationalen Seite eurovision.tv hingegen wird zwar auch gegen die Jurys gehetzt, aber dort sind die Diskussionen etwas mehr darauf fokussiert, das zum Beispiel Norwegen sabotiert worden sei (diese haben das Tele-Vote gewonnen) und der eigentliche Sieger sei. Zwischen den vielen Glückwünschen an die Niederlande argumentieren viele für oder gegen manche Länder, Punkte und Platzierungen. Nur wenige vernünftige Stimmen finden eine Berechtigung für die Existenz der Jurys. Diese haben sie wohl auch. Immerhin, ohne Jury hätte Deutschland wieder mal gar keine Punkte. Was man gesamt sagen kann: Man wird es nie schaffen, mit einem Siegersong ALLE Menschen zufrieden zu stellen. Und auch hier neige ich dazu zu sagen, das es wohl die gleichen Kommentare sind, die sie jedes Jahr schreiben - obwohl ich das auf der internationalen Seite nicht wirklich im Auge habe.


Das Fazit
Insgesamt habe ich den Contest aus Israel sehr genossen. Die Semi-Finale, das große Finale, die Moderation, die Acts, die Location - alles war super und hat mir gefallen. Das einzige, was den Moment getrübt hat, waren das Abschneiden von Deutschland und UK - sogar mit dem Sieger bin ich zufrieden, der steht ja auf meiner Liste. Das Feld war aufregend und hatte gute Songs, was die höhere Anzahl an Favoriten gegenüber dem letzten Jahr erklärt. Eine Ablenkung vom tristen Alltag und dem Ernst des Lebens. Sowas braucht man ab und zu. Und jetzt werde ich mich meiner PED hingeben und jeden Tag nachschauen, ob es was neuen über Netherlands 2020 gibt.

Freitag, 3. August 2018

EuroVision Song Contest Lisbon 2018 - Recap


Da der Contest ja während meiner Blogpause stattgefunden hat, werde ich heute, über zwei Monate nach dem großen Finale, mal darüber schreiben, wie ich den Contest erlebt habe.

Was ich an diesem Contest sehr bemerkenswert fand, war, das es eigentlich keine scheußlichen Lieder gab. Klar, einige waren Langweilig und klangen wie jedes andere Lied auch. Aber ich spreche von wirklich grausamen Auftritten, die zugleich peinlich als auch akustisch grottig waren. Sowas kam gar nicht erst vor. Anscheinend habe einige Länder festgestellt, das man den ESC ernst nehmen sollte. Und bei einigen Ländern hat das sogar gut geklappt.

Folgend gehe ich nun auf ein paar Beiträge ein, die ich sehr erinnernswert finde. Wer sich noch einmal alle Beiträge anhören oder ansehen will, besucht am besten den offiziellen YouTube-Channel zum Eurovision Song Contest.

IRLAND zum Beispiel. Nach mehreren Jahren ohne Finaleinzug haben sie es dieses Jahr mal wieder geschafft. Der Song selbst, der auch auf meiner Favouritenliste stand, war eine berührende Ballade über das zerbrechen einer jungen Liebe. Die beiden männlichen Tänzer fanden große Beachtung, leider nicht nur positive. In China beispielsweise, wo man den Contest ausstrahlen durfte, wurde der Ire zensiert, wegen der Andeutung von Homosexualität. Darauf hin hat die EBU die Rechte der Ausstrahlung wieder entzogen und die Chinesen müssen ihr Leben weiterhin ohne Eurovision verbringen.

TSCHECHIEN war dieses Jahr so überraschend gut, man will an dem Auswahlverfahren festhalten, da man so bessere Chancen wittert. In den letzten Jahren kamen eher Nummern, die untergingen. Das sage ich vor allem, da ich mich an keines der Lieder erinnern kann, ohne zu recherchieren. Mit einem jungen (und auch hübschen) Mann und einer leichten Pop/Rap-Nummer schafften sie es nicht nur ins Finale, sondern auch auf ihre beste Platzierung seit ihrer ersten Teilnahme. Damit waren sie eine der Überraschungen des Abends

Meine Favouriten - dieses Jahre weniger als sonst
ZYPERN gehörte übrigens auch dazu. Ich fand zypriotische Beiträge seit 2010 meistens gut. 2010 und 2017 sind zum Beispiel tolle Songs aus Zypern gekommen. Der diesjährige Songs war für mich jetzt nicht so der Hit. Aber trotzdem hat es das Lied vom Halbfinale bis auf den zweiten Platz geschafft. Somit Zyperns beste Platzierung seit Erstteilnahme. Auch wenn ich kein Fan vom Lied war, man gratuliert.

ISRAEL stand schon sehr früh auf meiner Favouritenliste. Es war frisch, neu und anders. Von einigen als nervig und merkwürdig empfunden, konnte ich bald schon gar nicht mehr ohne. Das Musikvideo ist cool gemacht. Ich habe mir auch mehrere Reaction-Videos angeschaut, einfach aus Neugier. Vielleicht sollte ich sowas auch mal machen, schließlich schaue ich ja jedes Jahr und höre mir alle Songs durch, um meine Lieblinge zu finden, für die ich dann vote. Diesmal hat es endlich mal ein Lied meiner Top 6 an die Spitze geschafft. Das macht mich schon ein bisschen stolz.

Das End-Ergebnis des Finalabends
DEUTSCHLAND zitterte wahrscheinlich so stark wie sonst nur beim Fußball. Denn nach drei Jahren, in denen wir den 27., 26. und 25. Platz belegt hatten (und zwar mit Frauen, die beim Contest zu finden sind wie Sand am Meer) und der NDR/ARD endlich genug von dem Dilemma hatten, haben sie versucht, es anders zu machen. Anfangs sah es nicht gut aus: Der Vorentscheid war zwar mit neuen Moderatoren ausgestattet, was das Ganze für mich angenehmer zum schauen machte. Aber von den 6 Songs, zwischen denen das Land wählen sollte, hat mir gerade einmal einer gefallen. Nach den ersten fünf Auftritten hatte ich die Hoffnung auf bessere Platzierungen bereits aufgegeben. Doch dann sang Michael Schulte sein Lied und hat mich damit tief berührt. Deswegen habe ich für ihn gestimmt. Und er ist nach Lissabon gefahren. Das war quasi der leichte Teil. Seinen Platz unter den 26 Finalteilnehmern zu finden, dazu gehörte eine gehörige Portion Glück. Anscheinend hat Europa uns unsere ganzen Weiber mit ihren flachen Texten und geklauten Melodien verziehen. Denn wir haben Punkte bekommen - und das nicht wenige. Während der Punkteverteilung gab es ganz lange sogar die Chance auf einen erneuten deutschen Sieg nach 2010. Letztendlich sind wir auf dem vierten Platz gelandet. Damit hat Schulte unseren ESC-Fluch gebrochen. Das heißt aber nicht, das man sich jetzt keine Mühe mehr geben muss. Könnt ihr euch übrigens vorstellen, das es Menschen da draußen gibt, die mit einem vierten Platz immer noch nicht zufrieden sind? Doch, die gibt es. Ein großes Kopfschütteln an diese Leute.

die verschiedenen Logos des ESC 2018
GROSSBRITANNIEN ist nach der Brexit-Sache hoffentlich nicht in Ungnade gefallen. Schließlich kommen auch von dort gute Beiträge. Die werden aber selten gewürdigt. Zwar gab es auch Totalaussetzer (siehe 2012 und auch ein wenig 2015), aber sonst geht es gut bei den Briten. Zuerst fand ich den diesjährigen britischen Beitrag auch eher bescheiden. Aber mit der Zeit fand ich ihn gut. Ein klares Zeichen dafür, das er in der Show nicht punkten wird. Trotzdem habe ich meinen Union Jack geschwenkt und meinen Eurovision-Schal im UK-Design bei mir gehabt. Was mich aber schockiert hat, war nicht der Auftritt an sich, sondern die grobe Unterbrechung eines Menschen, der auf die Bühne rannte, der Sängerin das Mikrofon raubte und irgendwelche Diffusen Botschaften reinbrüllte. Wie er es an der Security vorbei geschafft hat, weiß ich nicht. Aber es hat mich wütend gemacht, das es beim britischen Beitrag passiert ist. Natürlich hat das kein Land verdient, aber ausgerechnet UK? Schließlich erhielt SuRie das Mikro zurück und beendete den Song sehr souverän. Obwohl man ihr die Wut ansah. Das Angebot, nach dem letzten Teilnehmer erneut zu singen, lehnte sie ab. Da sieht man mal wieder, wie stolz die Briten sein können.

DIE ANDEREN LÄNDER diese Jahr waren so vielfältig wie immer. Auf jedes einzeln einzugehen fällt mir jetzt nach der langen Zeit doch etwas schwer. Natürlich habe auch ich einige Lieder im Semi verloren, die gar nicht schlecht waren. Aber das passiert jedes Jahr, also sollte ich mich langsam daran gewöhnt haben. Rumänien gehört zum Beispiel dazu. Ich fand das Lied war mal ein echter Schritt in die richtige Richtung. Vor allem der Text hat mir gefallen. Nur das plötzliche Ende war etwas... naja, plötzlich eben.

Dann gab es Songs, die mich überrascht haben. Und zwar nicht nur durch ihre Künstler, sondern vor allem wegen der Performance. So wie Island zum Beispiel. Erst war es eine langweilige Ballade für mich. Doch in der Live-Version war das Lied auf einmal viel besser und hat sogar kurzzeitig auf meiner Favouriten-Liste gestanden. Leider ist der nett aussehende Isländer auch im Semi hängen geblieben. Ein anderes gutes Beispiel ist Moldau/Moldawien. Das Lied schien mir zuerst eine Art grausame Polka-Pop-Hymne zu sein. Beim Auftritt der Gruppe mit dem Song aber musste ich sogar lachen, so gut habe ich mich unterhalten gefühlt. Eine Performance, an die man sich erinnert, einfach nur, weil sie Spaß gemacht hat.

Der Snack-Tisch von meiner kleinen ESC-Party
DIE MODERATION war durchschnittlich. Schließlich kann man ja nicht erwarten, bekannte Gesichter zu sehen. Und ich selbst kenne keine portugiesischen Nachrichtensprecher oder Fernseh-Leute. Noch nicht einmal diese Schauspielerin irgendeiner amerikanischen Serie, die auch moderiert hat, kam mir bekannt vor. Aber gut, dafür haben sie es ganz ok hinbekommen. Beim Wettbewerb geht es eh viel mehr um die Musik als um die Hosts. Obwohl ich einen gut gehosteten Contest doch gut finde. 2013 ist da das Beste Beispiel - Petra Mede ist unschlagbar als Moderation. Portugal hat als Entschuldigung, das sie zum ersten Mal ausgetragen haben und somit sich vielleicht nicht getraut haben zu viel auf die Schultern der Moderation zu legen. Dafür gab es aber wieder nette Zwischensequenzen, wie man sie halt kennt. Lustige kleine Sketche, die mit der Eurovision zu tun haben. Insgesamt war der Abend (und auch die Semis) sehr unterhaltsam und vor allem spannend. Bis zum Schluss war nicht klar, wer denn jetzt gewinnt.


Damit wären wir im Hier und Jetzt. Israel ist im Moment in der Phase, den geeigneten Austragungsort zu finden. Sendetermine sind auch noch nicht festgelegt und bisher haben nur 19 Länder fest zugesagt. Die meisten anderen kommen immer erst später dazu. Was mir ein bisschen Bauchschmerzen gemacht hat, waren die Boykott-Aufrufe aus einigen Ländern. Diese haben sich aber bis Ende des Jahres, wenn man die offizielle Teilnehmerliste veröffentlicht, wieder verflüchtigt. Wir werden sehen was kommt und ich werde darüber schreiben, sobald es mehr zu wissen gibt. Denn nächstes Mal werde ich definitiv wieder mehr über den ESC schreiben.